Unser CUM-Stabilisierungskonzept

Ihre Vorteile auf einen Blick:

  • 3 Jahre Garantie auf unseren Komfort-Retainer im Unterkiefer
  • kann problemlos viele Jahre getragen werden (manche schon seit 20 Jahren!)
  • fixiert das Behandlungsergebnis zuverlässig
  • Unsere Erfahrung mit dem Konzept seit 1989

Zielsetzungen:

  • Mit geringem Stabilisierungsaufwand (Retentionsgeräten) soll das erreichte Ergebnis ein Leben lang festgehalten werden. Wie oft hört man von Patienten, die früher eine kieferorthopädische Behandlung über sich ergehen ließen, dass sich nach relativ kurzer Zeit alles wieder verschoben hat. Das entspricht weder unseren Vorstellungen noch Ihren Qualitätsansprüchen.
  • Der Aufwand zum Stabilisieren muss für den Patienten gering sein. Ganz ohne Mitarbeit und Interesse geht es aber trotzdem nicht.

In vielen Gesprächen auf amerikanischen und deutschen Kongressen haben wir ein Retentionskonzept ausgearbeitet, das sich seit über 20 Jahren in unserer Praxis bestens bewährt hat und eine maximale Stabilität gewährleistet. Ein „Zurückgehen“ in die alte Zahnstellung wird dadurch unmöglich gemacht.

Zum Verständnis:
Bei allen Säugetieren wollen die Seitenzähne von hinten nach vorne wandern; besonders stark im Oberkiefer. Dieses „Wandern“ der Zähne ist sowohl bei einem Elefanten, als auch bei einer nordamerikanischen Taschenbeutelmaus zu erkennen und natürlich auch beim Menschen.

Was bedeutet eine „Vorwanderung“ der Seitenzähne?
Ein Verschachteln der Frontzähne und/oder ein nach Außenschieben der Eckzähne - kurzum: es gibt frontale Engstände; genau die Zahnstellung, wegen der die meisten Patienten zu uns in Behandlung kommen.

Beim Zusammenbeißen werden die Oberkieferzähne in das „Verzahnungsraster“ (erklärt unter „Ziel einer kieferorthopädischen Behandlung“) gepresst, so dass die Oberkieferzähne gar nicht nach vorne wandern können, wenn eine hervorragende Verzahnung und eine Stabilität des Unterkiefers gewährleistet ist.

Es wäre jedoch denkbar, dass die Unterkieferseitenzähne mit den Oberkieferseitenzähnen gemeinsam nach vorne wandern. Dann müssten sich die Unterkieferfrontzähne aber auch verschieben, d. h. wir würden auch frontale Engstände im Unterkiefer bekommen.

Wie kann ein „Zurückwandern“ der Zähne in die alte Lage vermieden werden?
Ganz einfach: indem man verhindert, dass sich die Unterkieferfrontzähne übereinander schieben können.

Wie kann man die Unterkieferfront stabilisieren?

Dies geht am besten mit unserem festsitzenden Retainer, der für Andere unsichtbar und für den Patient kaum spürbar ist. Er wird von Eckzahn zu Eckzahn und an der Zahninnenseite jedes Frontzahnes fixiert. Die Entfernung von Zahnbelag kann ganz normal mit Zahnbürste und Superfloss-Zahnseide erfolgen. Dadurch ist auch die Massage des Zahnhalteapperates gewährleistet. Wir verwenden mehrfach verseilten Draht, um die Eigenbeweglichkeit der Zähne zu erhalten. Außerdem schützt die Vergoldung des Drahtes vor Allergien.

Nun können sich im Laufe des Lebens die Druckverhältnisse ändern. Fängt ein Patient vermehrt zu Knirschen oder zu Pressen an, wird der Hauptkaumuskel (Muskulus Masseter) sich stark vergrößern. Er vergrößert sich nicht nur nach außen, sondern auch nach innen, was zu einem größeren Druck in Richtung Zungenraum führt. Dadurch weichen die Seitenzähne dann zum Zungenraum aus. Der Zahnbogen wird also enger. Dies wird durch unseren modifizierten, herausnehmbaren Hawley-Retainer vermieden. Zusätzlich verhindert er die oben beschriebene Aufwanderung der Seitenzähne.

Praktisches Vorgehen bei dem von uns entwickelten CUM-Retentionskonzept
Am Ende der Behandlung oder am Besten vor dem Entfernen der festen Spange wird im Unterkiefer der kaum spürbare und von außen nicht sichtbare Retainer-Draht von Eckzahn bis Eckzahn geklebt. Nach dem Entfernen der festen Spange sind alle Zähne mehr oder weniger stark gelockert. Um die Zähne in der gewünschten Position fest werden zu lassen und um kleine Korrekturen zu ermöglichen, wird eine herausnehmbare Spange mit aktiven Elementen eingegliedert.

Haben wir dann das beschriebene, optimale Behandlungsergebnis erreicht und haben sich die Zähne wieder gefestigt, lassen wir Sie 3-4 Monate völlig ohne ein kieferorthopädisches Gerät. Es muss aber der festsitzende Unterkieferretainer vorhanden sein, sonst würde sich die Unterkieferfront schnell wieder verschieben. Es gilt zu bedenken, dass sich die Zähne immer die Gleichgewichtslinie zwischen dem Zungendruck auf der einen und dem Wangen- und Lippendruck auf der anderen Seite aufsuchen. Wird diese Gleichsgewichtslinie verlassen, bleibt das kieferorthopädische Endergebnis nicht stabil. In dieser
3-4 monatigen „Pausezeit“ können sich die Zähne gegenseitig so im Mikrobereich aufeinander einstellen, dass sie in ein harmonischen Gleichgewicht kommen, da sie die Gleichgewichtslinie bzw. die Stabilitätslinie aufsuchen können. Dieser Zustand wird jetzt fixiert, indem wir Abdrücke nehmen und die modifizierten Hawley-Retainer anfertigen – die zwei letzten herausnehmbaren Spangen der kieferorthopädischen Behandlung.

Diese werden dann in der Regel im Abstand von 3-4 Wochen mindestens 3 Jahre lang eine Nacht getragen (das sind ca.12-18 mal im Jahr), aber nur, wenn der Patient einen festsitzenden Retainer trägt. Falls dieser fehlt, sollte der herausnehmbare Hawley-Retainer am Besten jede Nacht getragen werden, damit das Ergebnis einigermaßen gehalten wird.

Will der Patient die ästhetisch, schön stehenden Zähne ein Leben lang erhalten, empfehlen wir, die Spange auch ein Leben lang zu tragen. Sollte der feste Unterkieferretainer teilweise oder ganz ablösen, so empfehlen wir, ihn wieder befestigen zu lassen. Man darf niemals vergessen, dass die Zähne im Kiefer nicht wie ein Eisenstab statisch in den Beton einzementiert werden, sondern dass die Zahnstellung sich auch nach vielen Jahren in diesem dynamischen System noch verändern kann.

Wir hoffen, dass wir Ihnen den Hintergrund unseres Retentionskonzeptes nahe bringen konnten und wünschen uns, dass Sie sich ein Leben lang an Ihren schönen Zähnen freuen werden.